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Ein Service von "Neue Wege finden" Andrea Brockmann

Somatic experiencing (SE) nach Levine

Der Körper hat ein eigenes Gedächtnis und speichert gerade Emotionen an den unterschiedlichsten Stellen ab.

​Diese, oft blockierenden Erinnerungen aufzuspüren ist das große Thema vom Somatic experiencing nach Levine.


Gehen wir einmal davon aus, dass Emotionen, Gefühle und die Erinnerung an Erlebnisse alle eine Art von Energie sind.

In der Chinesischen Medizin gibt es das Qi, die Lebensenergie, die in Form von Nähr-Qi durch unser Meridiansystem kreist. Durch äußere Einwirkung (z.B. Klimafaktoren, Stoß, Verletzungen), aber auch durch innere Faktoren (z.B. Emotionen) kann dieser Fluss ins Stocken geraten. Diesen Stau kannst du dir wie einen dicken Stein vorstellen, der einen Bach aufstaut. 

Die Blockade des Energieflusses führt dann wiederum zu Körpererscheinungen, wie Schwere, Hitze oder einen Druck.

Peter Levine erweitert dies noch dahingehend, dass er dem Körper eine Gedächtnisfunktion zuschreibt. Im Hinblick auf das recht große "Bauchhirn" mit seinen vielen Nervenbahnen, ist das nachvollziehbar.

​Zur besseren Verdeutlichung ein Beispiel aus dem Alltag:

Du fährst als Kind mit dem Rad an einem parkenden Auto vorbei, als du auf gleicher Höhe mit der Fahrertür bist, öffnet sich diese und du wirst recht unsanft ausgebremst. Glück im Unglück, du hast keine größeren Verletzungen, nur ein paar Kratzer. 

In dem Augenblick, indem du die sich öffnende Tür bemerkt hast, hat sich dein Magen zusammen gekrampft und du hast Angst verspürt.

​Diese Angst ist jetzt im Bereich des Magens abgespeichert.

Heute, als Erwachsener hast du immer wieder Probleme im Magenbereich, wobei organisch alles in Ordnung ist. Du hast aber keine Verbindung mehr zu dem Ereignis, das zwanzig Jahre zurück liegt.

In der Therapie fühlst du nun in den schmerzenden Bereich hinein und schaust, was sich dir an Bildfetzen, Sinneseindrücken, Gedanken oder ähnlichem zeigt. Dein Therapeut beobachtet dich dabei genau, um dich, über das Ansprechen von beobbachtbaren Körperreaktionen (z.B, Verkrampfen der Hände, beschleunigte Atmung), wieder näher an deine verschütteten Erlebnisse heran zu bringen.

Dabei geht er natürlich nicht in die "Vollen", sondern pendelt behutsam zwischen An- und Entspannung. Dadurch kannst du den Kontakt gut aushalten und dein System hat die Möglichkeit sich wieder zu regulieren.

​Das ist um so wichtiger, als diese Methode auch bei der Arbeit mit Trauma-Patienten eingesetzt wird.

Das Fachbuch dazu ist: "Sprache ohne Worte" von Peter Levine ISBN 978-3-466-30918-4


Solltest du Fragen oder Anregungen haben, schreibe mir gerne unter info@neuewegefinden.de .

Ich freue mich, von dir zu hören,

deine Andrea